Emotionale Abgrenzung im Konflikt - Das Aschenputtel-Prinzip

Emotionale Abgrenzung im Konflikt – Das Aschenputtel-Prinzip

Wenn Konflikte eskalieren werden sie schnell emotional. Es gibt eine fixe Idee, ein Wortgefecht. Jeder von uns kennt die Situation aus eigener Erfahrung oder aus Beobachtung. In meinen Seminaren arbeite ich mit den Teilnehmerinnen an ihrer emotionalen Abgrenzung im Konflikt. Was ist das?

Emotionale Abgrenzung ist vergleichbar mit einer Teflonbeschichtung. Einer Teflonbeschichtung kann die Hitze nichts anhaben. Übersetzt heißt das, ich kenne meine inneren Anteile. Ich weiß, welche Triggerpunkte mich im Alltag in Rage bringen. Ich kann meine Anteile von jenen des Gegenüber unterscheiden.

Wenn Konflikte offen und emotional sind, geht das unter die Haut. Ereignisse werden im Kopf hin- und hergewälzt. Die Situation wird genauso analysiert, wie das Verhalten. Es wird nach logischen Erklärungen gesucht.  Am Ende nimmt man die Geschehnisse mit nach Hause und vor allem nimmt man Kritik und Angriffe persönlich. Wie kann man nun aus solchen Situationen aussteigen?

Das Aschenputtel – Prinzip

Im Märchen „Das Aschenputtel“ werden die guten von den schlechten Linsen getrennt. In Analogie zum Märchen bedeutet das, die eigenen Anteile von jenen des Gegenüber wieder unterscheiden zu lernen. Dabei übernimmt man wieder nur für die eigenen Anteile Verantwortung und grenzt sich von jenen des Gegenübers wirkungsvoll ab.

  • Welches sind meine Triggerpunkte, mit denen es (wem auch immer) gelingt, mich aus der Reserve zu locken?
  • Was genau bringt mich dabei in Rage?
  • Möchte ich soziale Anerkennung, möchte ich gebraucht werden? … kämpfe ich für eine gute Lösung für alle …?
  • Was treibt mich also im Inneren an?

Wer seine Triggerpunkte kennt, kann sich im Alltag selbst beobachten und mit Erlaubersätzen seine innere Haltung ändern. Zum Beispiel kann man mit dem Satz: „Ich könnte, aber ich will nicht“ auch emotional aus der Diskussion aussteigen lernen. Man übernimmt dann auch keine Verantwortung mehr für das Verhalten des anderen.

Laut könnte man z.B. wertschätzend zur Antwort geben „Das ist ein schwieriges Thema, wollen wir hier jetzt wirklich tiefer einsteigen?“ Wenn das Gegenüber nun antwortet: Ja, sicher! Dann können Sie kontern: „Gut, wieviel Zeit werden wir dafür benötigen?“

Der Effekt in der Situation ist dabei, dass das Gegenüber vorerst kein Öl für sein Feuer bekommt, Emotionen abflachen und eine konstruktive Diskussion wieder ermöglicht wird.

Tipp zum Schluss: Versuchen Sie das Aschenputtel-Prinzip nicht gleich in einer bereits festgefahrenen Situation, sondern bei Menschen, mit denen sie ein gutes Verhältnis haben. Üben Sie zwei, dreimal, formulieren Sie Ihre eigenen Sätze und danach wagen Sie sich an ihren Konfliktpartner, Dr. Anneliese Breitner, AnneBreitner GmbH