Werteverschiebung und ihr Einfluss auf Human Resources Management

Werteverschiebung und ihr Einfluss auf Human Resources Management

Das Forbes Magazine schrieb im März diesen Jahres dass wir uns weg von der Knowledge Economy hin zur Social Economy bewegen. Als Grund gaben Sie an, dass der Wert des Wissens bereits gleichbedeutend ist mit dem Wert des Netzwerks. Parallel hat sich die Beziehung zwischen Individuum und Arbeit verändert. Flachere Hierarchien und die Verlagerung von Verantwortung nach unten sollen dem Unternehmen mehr Flexibilität und Wandlungsfähigkeit bringen. Gleichzeitig wachsen damit Umfang und Komplexität und der Koordinationsaufwand und Kommunikationsaufwand der Projekte steigt. Der damit verbundene Arbeitseinsatz ist allerdings oftmals unsichtbar. Dadurch entstehen neue Anerkennungsbedürfnisse zur Motivation der Mitarbeiter. Das Leitbild des Mitarbeiter als Unternehmer im Unternehmen dessen Motivation die Anerkennung auf Karriere und Erfolg darstellt, scheint zunehmend unzureichend.  Neue Informations- und Kommunikationstechnologien und der Wandel zu postmaterialistischen Werten haben zu einem Wandel der Arbeit und zu einem Wandel der Ansprüche der Individuen an Arbeit geführt. Arbeit wird verstärkt zu einem Träger des sozialen Beziehungsgeflechtes.

 1950er Jahre: Selbständigkeit und freier Wille und Gehorsam und Unterordnung gleich wichtig

Mitte der 1960er Jahre drastische Veränderung: Selbständigkeit und freier Wille bleiben gleich, Gehorsam und Unterordnung als Werte in der Erziehung immer weniger gefordert. Verpflichtungen, Bindungen und Unterordnung werden zunehmend abgelehnt, der eigene Lebensgenussbetont und die eigene Selbstverwirklichung in den Mittelpunkt gestellt.

Auf der einen Seite versuchen Unternehmen Flexibilität zu gewährleisten und Ungeplantes zu bewältigen indem die subjektiven Potenziale und Fähigkeiten der Mitarbeiter ausgeschöpft werden, auf der anderen Seite gewinnt es zunehmend an der Bedeutung, dass die Arbeit den Mitarbeitern Spaß macht, dass es ihre Arbeit im Sinne selbstverantwortlichen Handelns ist und dass Sie der Entfaltung eigener Qualifikationen und Begabungen dient.

Es stellt sich daher die Frage, welchen Einfluss nimmt diese Entwicklung auf die Personalarbeit im Unternehmen?

Die Personalprozesse werden durchlässiger werden. Dabei spielen interne Netzwerke ebenso eine wichtige Rolle wie Netzwerke zu ehemaligen und potenziellen Mitarbeitern. Altersdiskriminierung wird immer mehr zum Thema in Unternehmen. Diese findet auch gegenüber der jüngeren Generation statt.  Orientierungslosigkeit ist zum Schlagwort unserer Zeit geworden? Die Sinnsuche in der Arbeit wandelt unser Bild von Arbeit – weg von der Pflicht hin zum Lebensbedürfnis. Unternehmen sind mit einer neuen Individualität über alle Altersgrenzen hinweg konfrontiert.

“Soziale Plattformen bieten den Raum für Austausch und schaffen neue Möglichkeiten, gleichzeitig werden bestehende Strukturen hinterfragt. Dies verändert die Kultur der Zusammenarbeit auf allen Ebenen über alle Kanäle und Netze.Human Resources tut gut daran, den Zug der Zeit anzunehmen und die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen”,Mag. Anneliese Breitner, PhD, AnneBreitner Consulting.