Schattenseiten von Social Collaboration

Schattenseiten von Social Collaboration

Neulich bei Mc Kinsey Global Institute gelesen, ist die globale Anwendung von Social Networks (Facebook, Twitter, Youtube, Blogs, Wikis) bei Kunden höher als bei Mitarbeitern. So liegt der Durchschnitt auf Kundenseite bei 56 % während in Unternehmen gerade gerade 35% der Mitarbeiter mit Social Tools arbeiten. Die Effekte liegen klar auf der Hand. Jene Unternehmen, denen es gelingt sich besser intern zu vernetzen haben im globalen Wettbewerb die Nase vorn. Die Investition in interne Kollaboration zahlt sich also aus, wenngleich nicht um jeden Preis.

Bisher haben viele Enterprise Social affine Personen, vor allem über die Chancen durch Kollaboration gesprochen. Sprechen wir doch einmal über die Schattenseiten.

1. Intencivierung als Motivation für Kollaboration

Eine der ältesten Legenden ist wohl die Geschichte von der Karotte, die man den Leuten hinhält, um sie zu motivieren. Das funktioniert im Erwachsenenalter alsbald einmal nicht mehr. Intencivierung hat meist kurzfristige Effekte vor allem dann, wenn die Intencivierung auf die individuelle Einzelleistung ausgerichtet ist.

2. Überkollaboration

Wer sich mit kollaborativen Arbeiten auseinandersetzt ist ganz schnell bei der Frage welche tools setzen wir wofür ein? Dadurch läuft man Gefahr möglichst alle Themen kollaborativ zu bearbeiten. Im Unternehmenskontext macht dies aber nicht immer Sinn. Dort, wo sich bisher Teamarbeit und Projektarbeit bewährt haben, werden sie es auch in Zukunft tun. Allerdings geht es darum, die Arbeitsweise in Projekten zu hinterfragen undEffizienz durch Harmonisierung von online und offline Instrumenten zu erreichen. Überkollaboration entsteht daher sehr schnell, wenn sich zu viele Menschen mit Themen auseinandersetzen, zu denen sie keinen echten Mehrwert liefern können.

3. Mangelnde Kompetenz im Umgang mit Social Tools bzw. undefinierte Arbeitsweise mit Social Tools

Wer leidet heute nicht an der Email-Flut, der falschen Nutzung von Emails durch lästige Kollegen usw. Das gleiche blüht wenn die kollaborative Arbeitsweise keinen Social Standards (z.B. Etiquette, Signposting, Umgang mit Anwesenheiten, Protokollierung von Teamarbeit, Verbindlichkeit in Projekten etc.) definiert werden. Solange die Arbeitsweise mit Social Tools undefiniert bleibt, setzen Unternehmen nie das volle Potenzial frei, sondern sorgen im schlechtesten Fall für mehr Unproduktivität. Mitarbeiter bahnen sich ihre eigenen Kommunikationswege und das führt sehr schnell zu Punkt 4.

4. Parralele Welten Email und Enterprise Social

Eine große Hürde ist die Integration von Social Networks bei gleichzeitiger Nutzung von Emails. Viele Mitarbeiter scheuen sich ihre geliebte Email-Post einzudämmen. Obwohl Email heute als ineffizient gilt. Aber ich denke so war es damals auch mit dem Fax. Email wird zumindest in den nächsten Jahren weiterhin parallel zu Social Networks bestehen, jedoch in seiner Relevanz einen anderen Stellenwert einnehmen. Im Moment ist die Gefahr groß, dass Mitarbeiter sich durch Email, Enterprise Social und ihre persönlichen sozialen Netzwerke  in einem Dauerstress befinden. Deshalb ist es erforderlich, hier den internen Umgang zu gestalten. Einerseits organisatorische Hürden zu reduzieren ( wie z.B. Kalendereinsichten, Zugang zu Kontakten / persönlichen Profilen verbessern etc.) und andererseits konkret an der kollaborativen Teamarbeit zu arbeiten. Es lohnt sich auch die kritische Ansage, zu manchen Themen nicht kollaborativ zusammen zu arbeiten. Auch das nimmt den Druck von den Mitarbeitern.