Die digitale Symphonie Emotionen ansprechen & Mitarbeiteridentifikation stärken

Die digitale Symphonie Emotionen ansprechen & Mitarbeiteridentifikation stärken

Wie erreicht man seine Mitarbeiter? Egal wo wir heute hinschauen, wir werden überfrachtet mit Markenbotschaften, Werbetafeln und bunter Reklame. Wie soll man im Dschungel von Farben, Bilder und Texten seine potenziellen Mitarbeiter finden und bestehende an das Unternehmen binden? Wie fällt man auf? Noch bunter? Noch schräger? Es geht doch um die DNA des Unternehmens.

Das Unternehmen muss seine Mitarbeiter nicht glücklich machen, aber es kann sehr viel dazu beitragen, dass sie nicht unglücklich werden. Ein wesentlicher Faktor dabei ist, wie stark sich Mitarbeiter dem Unternehmen gegenüber emotional verbunden fühlen. Gallup hat im Engagement Index 2012 erhoben, dass Deutschland vor der Tatsache steht, dass in etablierten Unternehmen lediglich 15 % der Mitarbeiter hochmotiviert sind und mit dem Unternehmen emotional verbunden sind. 61% machen Dienst nach Vorschrift und 24% haben innerlich bereits gekündigt. Sie haben also von ihren 11 Spielern am Platz lediglich 1-2, die versuchen, den Ball ins Tor zu bekommen, während die anderen sich um die Plätze auf der Ersatzbank raufen.Das gute ist, alle ihre Spieler stehen bereits am Feld.

Ihre sozialen Netzwerke fördern die Wahrnehmung, wie gut Mitarbeiter die Verbindung zwischen Unternehmen und Markt sind. Dies wird auch das zentrale Thema diese Woche beim Werbeplanung.at Summit im Slot Digital in der strategischen Unternehmenssteuerung am Freitag sein. Eine gute Verbindung liegt dann vor, wenn Mitarbeiter Vertrauen zum Unternehmen aufbauen können. Dabei stellen sich Mitarbeiter in den meisten Fällen vier Fragen:

  • Zahlt sich mein Engagement am Ende des Monats aus?
  • Wie persönlich geht das Unternehmen mit mir um?
  • Passen die Werte des Unternehmens zu meinen?
  • Macht meine Arbeit und meine Arbeitsweise Sinn?

Es stellt sich also die Frage, wie können Unternehmen in ihrer Außenwahrnehmung Antworten auf diese Fragen vermitteln? Gerade in der Ansprache junger Mitarbeiter sind viele Unternehmen dazu oftmals ratlos. Dazu habe ich Daniel Friesenecker, der mit seinem Blog  theangryteddy sonst eher hinter dem Mikro vorzufinden ist, mal vor dasselbe gebeten:

Lieber Daniel, Thema Employer Branding, was können Unternehmen tun, um Jugendliche direkt anzusprechen, wo holt man sie am besten online ab?

Eigentlich eine schwierige Frage. Genauso wenig wie es einen genormten Jugendlichen gibt, gibt es DEN Ort im Netz an dem man Jugendliche findet. Das Durchschnittsalter auf Facebook steigt und das Netzwerk wird für Jugendliche immer unattraktiver, da deren Eltern den Weg dorthin finden. Im Moment ist zu beobachten, dass Messaging-Dienste wie Whats App vor allen von jungen Usern Zulauf haben. Vor allem auch deswegen weil man dort der ganz öffentlichen Kommunikation entfliehen kann und trotzdem vernetzte Kommunikation möglich ist. Ein simpler Mehrwert.

Das macht es für Unternehmen natürlich nicht leichter. Ich denke, dass Unternehmen gut beraten sind, Inhalte zu schaffen die für die Jugendlichen die sie ansprechen möchten von tatsächlichem Interesse sind. Nach “megacoolen”, möglichst schrillen, aufgesetzten Botschaften dreht sich kein junger Mensch mehr um. Es geht darum die Leute ernst zu nehmen und nicht darum eine peinliche Jugendsprache an den Tag zu legen, die ohnehin nicht authentisch rüberkommt.

 

Ich denke der richtige Zeitpunkt sich auf die Suche nach den passenden Orten im Netz zu machen, ist nachdem man sich darüber klar geworden ist was man eigentlich kommunizieren möchte. Für ein bestimmtes Netzwerk Inhalte zu erstellen, weil das vermeintlich das “Coolste” ist, könnte angesichts der schnellen Entwicklung kontraproduktiv sein. Also Inhalte überlegen, attraktiv in Bild, Video oder Text (in Abhängigkeit der Möglichkeiten und vorhandenen Ressourcen) aufbereiten und dann rausfinden welche Plattformen die konkreten Botschaften am Besten unterstützt. Schließlich wollen Unternehmen (hoffentlich) nicht “Irgendwen” oder die undifferenzierte Masse “Jugend” ansprechen, sondern die Menschen die zu ihnen passen.

 

Mit welchen Erwartungen stürmen Jugendliche heute auf den Arbeitsmarkt?

In verschiedenen Studien wird immer wieder darauf hingewiesen, dass in unseren Breiten die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung mehr und mehr Motiv bei der Jobwahl sind. Auch mir wurde in meiner Schulzeit schon eingetrichtert, dass ich in meinem Arbeitsleben den Job öfter wechseln werde, als beispielsweise meine Eltern. Ich bin also schon mit einer recht flexiblen Erwartungshaltung in den Arbeitsmarkt eingestiegen und besetze mit Anfang 30 bereits die vierte Aufgabe. Rückblickend gesehen hat aber jede Aufgabe auf der vorhergehenden aufgebaut. Gewechselt habe ich immer dann, wenn ich das Gefühl hatte ich kann nichts mehr bewegen oder ich bin am Ende einer Entwicklung. Ich glaube, dass die nachfolgenden Generationen viel mehr in Netzwerken arbeiten werden und Unternehmen die vernetztes Arbeiten begünstigen attraktiver sein werden. Jobs werden meiner Meinung nach, also neben der Gewährleistung des Lebensstandards auch mehr und mehr als sinnstiftend verstanden.
Welche Attraktivitätsmerkmale brauchen Unternehmen von morgen?

Die Unternehmen von morgen sind mehr gefordert deren Spirit auf die Mitarbeiter zu übertragen. Vor allem Social Networks lassen die Grenzen zwischen privat und beruflich mehr und mehr verschwimmen, was für den Einzelnen bedeutet, dass man in der Gesamtheit all seiner individuellen Tätigkeiten wahrgenommen wird. Wenn dann ein Unternehmen nicht zu einem “passt”, oder gar dem individuellen Sozialprestige entgegen steht ist das natürlich hochgradig unattraktiv. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass (in den Branchen in denen das möglich ist) klassiche 9to5 Modelle verschwinden werden und über Zielvereinbarungen gearbeitet wird, was eine Attraktivierung hinsichtlich Work-Life-Balance nach sich ziehen sollte. Unternehmen, die also verstehen die individuellen Stärken ihrer Mitarbeiter zu unterstützen und sich trauen starre Organisationsformen aufzuweichen, werden meiner Meinung nach einen Vorteil haben.

Daniel Friesenecker  ist Social Media Berater und betreibt als Blogger aus Leidenschaft mehrere Blogs. Mit Österreichs ersten Social Media Blog & Podcast theangryteddy holt er interessante Personen vors Social Media Mikro und setzt dabei gleichzeitig neue Trends in Sachen Blogposting um.

 

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Mehr zum Thema digitale Symphonie, was es braucht um seine Mitarbeiter-DNA emotional zu binden am Freitag 12.7. am Werbeplanung.at Summit, digital in der strategischen Unternehmenssteuerung. CU there.